

Im Geschäftsjahr 2025 war die Entwicklung von Kombiverkehr erneut von anspruchsvollen Rahmenbedingungen geprägt: Insgesamt wurden rund 666.000 Lkw‑Sendungen beziehungsweise ein deutlich reduziertes Transportvolumen gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Davon entfielen etwa 155.000 Sendungen auf den nationalen Verkehr und rund 511.000 Sendungen auf internationale Relationen. Trotz des Rückgangs leistete das Unternehmen weiterhin einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz: Durch mehr als 2.600 tägliche Zugverbindungen konnten rund 1,0 Mio. t Treibhausgasemissionen gegenüber reinen Straßentransporten eingespart werden.
Gründe für diese Entwicklung lagen erneut in der verhaltenen Konjunktur, einer schwachen Industrienachfrage sowie in einer hohen Bauintensität im Schienennetz. Umfangreiche Baumaßnahmen, Streckensperrungen und Umleitungsverkehre beeinträchtigten die Zuverlässigkeit der Verkehre erheblich. Gleichzeitig belasteten hohe Energie- und Infrastrukturkosten sowie reduzierte Förderbedingungen die Wettbewerbsfähigkeit des Kombinierten Verkehrs.
Ungeachtet dieser Herausforderungen bewies sich Kombiverkehr auch im Jahr 2025 als robuster und anpassungsfähiger Intermodal-Operateur. Das Unternehmen konnte sein Netzwerkangebot weitgehend stabil halten und erwirtschaftete weiterhin einen positiven Jahresüberschuss. Zudem wurden gezielt neue Zugverbindungen etabliert und bestehende Angebote ausgebaut:
Januar 2025: Kapazitätserweiterung im Brennerverkehr
Frühjahr 2025: Reaktivierung Lübeck ↔ Verona
Oktober 2025: Ausbau Rostock ↔ Verona auf sieben Rundläufe pro Woche
Dezember 2025: Umstellung des Angebots im Polenverkehr auf Terminal Neuss Trimodal. Direktzügen Neuss ↔ Poznań Clip Swarzedz (6 Rundläufe/Woche)
Meilenstein Transformation und Organisation
Ein zentraler Meilenstein im Geschäftsjahr 2025 war die erfolgreich abgeschlossene umfassende Transformation des Unternehmens. Nach intensiven Umstrukturierungen konnte Kombiverkehr im Frühjahr 2025 eine neue, zukunftsorientierte Organisationsstruktur etablieren. Neben der Neuaufstellung der Traktionsleistungen wurden auch das Waggonmanagement sowie operative Prozesse grundlegend erneuert.
Das Zusammenwirken mit mehreren Leistungspartnern stabilisierte sich im Jahresverlauf zunehmend und verschaffte dem Unternehmen mehr Flexibilität und Steuerungsmöglichkeiten im europäischen Netzwerk. Damit wurde die Grundlage geschaffen, um auf Marktveränderungen schneller reagieren und zukünftige Wachstumschancen besser nutzen zu können.
Infrastruktur, Politik und Marktbedingungen
Trotz operativer Stabilität sieht Kombiverkehr weiterhin große Herausforderungen auf politischer und infrastruktureller Ebene. Die hohe Bauintensität im deutschen Schienennetz, unzureichend koordinierte Maßnahmen sowie fehlende leistungsfähige Umleiterstrecken führten zu erheblichen Belastungen im operativen Betrieb. Zusätzlich verschärften steigende Kosten und reduzierte Förderinstrumente die Wettbewerbssituation gegenüber dem Straßengüterverkehr.
Vor diesem Hintergrund fordert das Unternehmen einen intensiveren Dialog mit der Politik sowie verlässliche Rahmenbedingungen. Insbesondere Kompensationsleistungen für baustellenbedingte Mehrkosten, planbare Trassenpreise und koordinierte Instandhaltungsmaßnahmen gelten als entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit der klimafreundlichen Schiene langfristig zu sichern.
Digitalisierung und strategische Weiterentwicklung
Parallel dazu hat Kombiverkehr im Jahr 2025 wichtige Fortschritte bei der Digitalisierung erzielt. Investitionen in moderne IT‑Architekturen, digitale Kundenservices sowie datengetriebene Lösungen und Künstliche Intelligenz stärken die Effizienz und Transparenz entlang der Transportkette. Mit Plattformlösungen wie KV 4.0 wurde die Vernetzung der Partner weiter vorangetrieben und die Basis für automatisierte Prozesse geschaffen.
Auch im Bereich Nachhaltigkeit wurde ein bedeutender Schritt erreicht: Neue digitale Anwendungen ermöglichen eine präzise und zeitnahe Emissionsbilanzierung, wodurch Kunden ihre Transporte transparenter und effizienter dokumentieren können.
Trotz rückläufiger Transportmengen und weiterhin schwieriger Rahmenbedingungen behauptete sich Kombiverkehr im Jahr 2025 mit einem stabilen Netzwerk und einer erfolgreichen strategischen Neuausrichtung. Durch Transformation, gezielte Angebotsentwicklung und konsequente Digitalisierung wurde die Grundlage für zukünftiges Wachstum gelegt – vorausgesetzt, die infrastrukturellen und politischen Rahmenbedingungen entwickeln sich entsprechend.
Denn mit jedem Transport von Terminal zu Terminal werden durchschnittlich 80 Prozent Kohlendioxid eingespart.
Fünf Vertriebsbereiche verantworten mehr als 50 internationale Zugprodukte. Damit die Güter unserer Kunde die internationalen Wirtschaftszentren klimafreundlich mit der Bahn erreichen.


